Knebelvertrag zur Kundenbindung

Wie findet Kundenbindung statt?

Wieso verpflichte ich meinen Kunden nicht einfach, bei mir zu bleiben? Zum Beispiel mittels Knebelveträgen Mehrjahresverträgen, die sich automatisch erneuern, wenn sie nicht vor Ablauf der halben Laufzeit gekündigt werden? Weil wir unsere Kunden nicht fesseln wollen. Auch eine lange Laufleine – also künstlich eingeschränkte Freiheit – scheint wenig zielgerichtet, weil da der Kunde auch immer zurückkommen muss – was aber, wenn die Leine reist?

Vielmehr scheinen mir Leckerli geeignet, die ich in meiner Manteltasche bei mir habe. [Off topic: Für Hunde gibt’s übrigens die besten Leckerli, nämlich luftgetrocknete Lungenwürfeli, drüben bei Carnivora.]

Leckerli funktionieren also wunderbar bei Hunden. Was aber funktioniert für Eure Kunden? Mehrwerte. Mehrwerte, die dazu führen, dass sich Eure Kunden immer mal wieder mit Euch befassen. Mehrwerte, die Euer Kernprodukt oder Eure Kerndienstleistung, wie es der Name eben schon sagt, aufwerten. Mehrwerte, die es dem Kunden erlauben, das Maximum rauszuholen. Mehrwerte, die dazu führen, regelmässig mit den Kunden in Kontakt zu treten. Beispiele gefällig?

  • Der App-Store zum Smartphone
  • Die Community zu den Lego-Bausteinen
  • Verarbeitungstipps zu Baustoffen wie z.B. Sugru oder Rigips
  • Beratungsdienstleistung zu Komplementärmedizin bei Helsana
  • [hier würde ich gerne Eure Beispiele aufführen und verlinken – also her damit]
  • 26.01.14: Kooperation: Bei Ikea Möbel bestellen -> von bringbee.ch liefern lassen -> von einem jacando.com Helfer aufbauen lassen!

Kundenbindung durch Kooperationen mit anderen Firmen, Kundenbindung durch Befriedigung besonderer Bedürfnisse, Kundenbindung durch grenzenlosen Service – alles Mehrwerte, die es nur bei Euch gibt. Und wir sprechen nicht mehr von Kundenbindung, sondern von Kundenloyalität.

Welche Beispiele kennt Ihr, bei denen die Loyalität der Kunden besonders gross ist, und wieso ist das so? Ich freu mich auf entsprechende Kommentare.

7 thoughts on “Wie findet Kundenbindung statt?”

  1. Sehr schön getroffen, der Unterschied zwischen “Bindung” und “Loyalität”, auch bzgl. der Richtung von der diese jeweils erfolgt.
    Gerade z.B. in der Telekommunikations-Branche operiert man ja noch sehr weitgehend mit derartigen Laufzeitverträgen – was für ein Unterschied dagegen das erst dieser Tage gehörte Beispiel von Virgin Media in UK die wirklich mit gelebtem Nachdruck zu versuchen scheinen den Kunden zu begeistern so dass er “freiwillig” bleibt: http://www.youtube.com/watch?v=8emahu-IN64 (laaang, aber es lohnt sich IMHO 😉 )

    1. What a speech! And what a company culture!
      Herzlichen Dank Robert für Deine Gedanken und diesen Link zum brillianten Speech von Sean Risebrow. Ich bin also zu tiefst beeindruckt, mit welcher Professionalität bei Virgin Media an der Verbesserung der Customer Experience gearbeitet wird.

  2. Interessanter Beitrag, denn wir sind genau in diesem Bereich tätig: Wir haben B2B Partnergeschäfte, also unsere Kunden, welche wir durch den nachhaltigen Mehrwert unserer App an uns binden möchten. Und die Partnergeschäfte haben mit der Poinz App ein modernes Instrument zur Kundenbindung – um ihre eigenen (End)Kunden zu binden.

    Also B2B2C aber im Dreieck

    mehr Infos: http://www.poinz.ch

    1. Danke Sascha, ein spannender Ansatz. Wie siehst Du die Einsatzmöglichkeiten für Dienstleister, deren Leistung kein Konsum ist – konkret z.B. die Finanz- und Versicherungsbranche oder die ganzen Verleger?

  3. Auch hier gibt es sicherlich Möglichkeiten, wenn auch nicht so offensichtlich.

    Im Moment gibt es zwei Voraussetzungen: (1) Ein touchpoint (am POS) sowie (2) ein Produkt/Service, der regelmässig bezogen wird. Wie auf unserer Website ersichtlich gibt es da grosses Potenzial, von Gastronomie über Freizeitantebote bis hin zu Wellness/Beauty und Fashion lässt sich das Konzept der digitalen Treuekarte anwenden.

    Ist klar, wenn man ausschliesslich Kühlschränke verkauft ist Kundenbindung eher schwieriger. Von grossem Interesse bei Parnterunternehmen ist v.A. der neuartige Kommunikationskanal, welcher es erlaubt, Kund(inn)en direkt via Smartphone anzusprechen: Minimaler Streuverlust, hohe Akzeptanz bei Kunden, Nachrichten kommen effektiv an, spontan und günstig – im Gegensatz zu E-Mail, Social Media, Postweg oder SMS.

    Gerade dieser Kommunikationskanal wäre auch ein Punkt, an welchem die Finanz- & Versicherungsbranche ansetzen könnte.

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