Stakeholder

Wer ist eigentlich der Kunde den es gilt, glücklich zu machen?

Nach Wikipedia ist klar:

Ein Kunde ist eine Person oder eine Institution, die ein offensichtliches Interesse am Vertragsschluss zum Zwecke des Erwerbs eines Produkts oder einer Dienstleistung gegenüber einem Unternehmen oder einer Institution zeigt.

Das Motto dieses Blog lautet frei übersetzt: “Mache Deine Kunden glücklich und sie werden alles von Dir kaufen”. Gilt das sinngemäss nur für Kunden nach Wikipedia?

Ich denke nein. Den Begriff Kunden im Blog-Motto kann man gut durch Anspruchsgruppen, Neudeutsch auch Stakeholder, ersetzen, und das Motto behält seine Gültigkeit. Ich möchte ein paar Anspruchsgruppen rauspicken und aufzeigen, was das Blog-Motto für diese bedeutet.

Mitarbeitende: wohl die wichtigste Anspruchsgruppe (nach den eigentlichen Kunden) überhaupt. Dieses Wochenende brachte folgender NZZ Artikel eine breit geführte Diskussion zur Rolle der Mitarbeitenden in ihrer Freizeit in Gang:

Der @avongunten beschreibt in seinem Blogbeitrag zwei wichtige Gedanken zur Rolle des Mitarbeitenden in seiner Freizeit. Gedanken zur Rolle, wie sie das Unternehmen gerne hätte und Gedanken zur Rolle, wie sie für unsere neue politische Gesellschaft der vernetzten Bürger von höherem Nutzen wäre. Ich schweife ab. Aber nicht ganz ohne Grund. Denn ich möchte hier einmal mehr an den gesunden Menschenverstand appellieren. An den gesunden Menschenverstand der Unternehmensführung aber auch an den gesunden Menschenverstand der Mitarbeitenden. Glückliche Mitarbeitende, und dazu gehört auch, seine freie Meinung äussern zu dürfen, wenn diese nicht im Einklang mit der Unternehmensdenke oder dem Jobprofil ist, sind motivierter, ihre Arbeitsleistung dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Aber nicht nur das. Ein Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitenden hat sicher auch eine tiefere Fluktuation. Und beides zusammen führt unbestritten zu einer höheren Produktivität. [Ich habe hier nun lediglich einen Aspekt des Mitarbeitenden hervorgehoben. Zum glücklichen Mitarbeitenden wird es demnächst einen eigenen Blogbeitrag geben.]

Manager: eine besondere Gattung der Mitarbeitenden? Man könnte meinen. Denn es scheint, dass das Managerglück vom Bonus abhängig ist. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass man erfolgreiche Manager mit höheren Boni ködert? Oder Managern sogar bei Versagen mit einem Abgangsbonus noch ein wenig Glücklichkeit mitgegeben wird? Neben den Zielvorgaben und den damit verbundenen Boni führt aber sicher auch unternehmerische Freiheit zu Befriedigung. Freiheit, auch Massnahmen umsetzen zu können, die kurzfristig nicht auf den Shareholder Value einzahlen. Dafür aber auf die Wertvorstellungen des Managers – eines Individuums mit Herz, wenn es dieses zeigen darf.

Lieferanten: Aus Sicht des Lieferanten sind wir die Kunden. Entsprechend sind wir König – und somit zuvorkommend zu behandeln. Wir müssen uns dabei keine grosse Mühe geben. Wir sind ja Kunde. Wer aber schon mal persönlich einen Kunden bedient hat, weiss, wie schön es ist, wenn der Kunde einem seine Wertschätzung kund tut. Gegenseitige Wertschätzung spornt beidseitig an. Den Kunden, wieder bei uns zu kaufen und uns, resp. den Mitarbeitenden, den Kunden auch nächstes Mal so zu bedienen, wie wenn es der einzige Kunde wäre und seine persönliche Existenz von ihm abhängt.

Sind Euch weitere Stakeholder besonders wichtig? Der/die Eigentümer, die Öffentlichkeit, der Staat? Wie fördert Ihr das Glück Eurer Stakeholder? Ich freue mich über Eure Gedanken.

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