Skischule Zinal

Schneidet Euch eine Scheibe davon ab, liebe Skischulen

Letzten Sonntag auf dem Skischul-Büro in Zinal im Val d’Anniviers. Ich marschierte dort rein, weil ich am Vorabend vernommen habe, dass man dort flexibel ist in der Kursgestaltung. Ausgangslage: ich wusste nicht, ob mein Jüngster auch wirklich in den Ski-Kindergarten will.

Also erklärte ich der Dame, dass ich eine flexible Lösung brauche, weil es möglich sei, dass der Kleine nach dem ersten Tag nicht mehr in den Ski-Kindergarten wolle. Ich erklärte Ihr auch, dass der Kleine, wenn er nicht wolle, nicht wolle. Sie meinte dann: ah, hat er einen harten Kopf? Ich erwiderte, dass er eine Krankheit habe, ohne zu sagen, um was es geht. Die Lösung war schnell gefunden, ich bezahlte einen Tag und falls der Kleine dann auch am Folgetag noch kommen wolle, würde mir der Betrag an den Wochentarif angerechnet.

Am nächsten Morgen waren wir dann pünktlich um 10:30 Uhr beim Treffpunkt des Ski-Kindergartens und ich erwähnte den Namen des Kindes, damit dieses seine farbige Skiweste bekommen kann. Der Herr, der dort alles organisierte, rief die Skilehrerin der roten Gruppe zu sich und meinte: “ça c’est O., il va être dans ta groupe. Quand il ne veut pas faire quelque chose, ne le force pas de le faire”. Frei übersetzt: “das hier ist O., er wird in deiner Gruppe sein. Wenn er etwas nicht machen will, dann halte nicht daran fest sondern lass ihm die Freiheit”.

Ich war mal kurz sprachlos. Auf dem Skischul-Büro habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass der Kleine eine Spezialbehandlung braucht. “Autismus” wäre das Stichwort gewesen. Ich versuche bewusst, das nicht immer gleich zu erwähnen, damit man mit O. möglichst normal umgeht. Man war dort aber so aufmerksam und hat meine Bemerkung, welche einzig darauf abzielte, dass ich einen flexiblen Tarif bekam, mal so mir nichts Dir nichts in eine Anweisung an die Skilehrer umgemünzt. Ich bin tief beeindruckt. Immer noch.

 

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