Komplimente

Rabatt für den schönsten Arsch

Jeder Kunde verdient spezielle Aufmerksamkeit – weil er Dein Kunde ist.

Wann hast Du Dich bei Deinen Kunden zum letzten Mal dafür bedankt, dass sie Deine Kunden sind? Zu Weihnachten verbunden mit den Neujahrswünschen? Womöglich mit einem Massenschreiben aber Anrede und Unterschrift von Hand? So richtig persönlich – darüber freue ich mich auch jedes Jahr wieder. Manchmal weiss ich schon gar nicht mehr, wie ich es überhaupt in die Kundenkartei des Absenders schaffte… Da hilft auch eine Aufforderung wie “Danke dass Sie uns auch im neuen Jahr die Treue halten” nicht mehr viel.

Wieso also nicht einfach bei nächster Gelegenheit, z.B. wenn der Kunde den Laden oder die Gaststätte betritt, ein spezielles Zeichen der Aufmerksamkeit schenken? Oder beim nächsten Telefonkontakt und der obligaten Adressverifikation diese Gelegenheit dazu nutzen, um dem Kunden an die eben geprüfte Adresse ein Dankeschön mit Bezugnahme auf das erfolgte Telefonat zukommen lassen? Das gleiche würde auch mit der eben verifizieren E-Mail Adresse funktionieren.

Besonders beeindruckt, da wirklich mutig, hat mich dieser Kassenzettel:

nicest person, best looking, best butt, nice smile

Nicht jede Dame würde sich über das ‘Best Butt’-Kompliment freuen (wieso eigentlich nicht?), aber der Fantasie sind ja keine Grenzen gesetzt. Los, ran an die Kasse und Rabatt-Tasten umprogrammieren. Deine Kunden werden garantiert verblüfft sein.

Und wenn Du nicht ganz so mutig bist: wie verblüffst Du Deine Kunden? Es hat genügend Platz im Kommentarfeld 😉

3 thoughts on “Rabatt für den schönsten Arsch”

  1. “Einmal Dumm Nausgschaut”. Stand schon vor Jahren auf den Quittungen eines Restaurants am Titisee/Schwarzwald. Damals allerdings noch in DM, nicht € 😉

    Wie Du sagst, Marco, kleine Aufmerksamkeiten versüssen das Leben, nicht nur der Gattin doer des Gatten, auch die des Kunden. Dazu möchte ich eine Satz zitieren von Felix Bieger, legendärer General Manager im Peninsula Hotel in Hong Kong (eines der besten Hotels der Welt):

    “Wir produzieren zufriedene Gäste. Sie checken als Rohmaterial ein und verlassen das Hotel als ein fertiges Produkt”.

    Er spricht nicht von Essen, Aufenthalt, Service, was auch immer, nein, sein Produkt sind zufriedene Kunden. Das gilt analog auch auch für andere Industriezweige. Nachdenken lohnt sich.

    Du fragtest mich, was ich und meine Frau in unserem Online-Shop zur Zufriedenheit unserer Kunden tun: Kommunizieren, da sein für Interessenten, für Kunden, Empfehlen, Komplimente machen, wenn sie ein Foto mit einem bei uns gekauften Seidenschal machen, kulant sein, von Prozessen abweichen, wenn es in beiderseitigem Interesse ist, eine kleine Aufmerksamkeit hier, ein kleines Geschenk da.

    Was ich am aufgedruckten Spruch auf der Quittung nicht mag ist, dass “Überraschung” zur “automatisierten Massenware” wird. Einmal mag das wirken, beim zweiten Mal ist es schon langweilig.

    Ich finde, Aufmerksamkeiten, Überraschungen müssen situationsbezogen sein, kundenbezogen, genau richtig in dem Moment und in keinem andern. Das wirkt, das schafft bleibende Eindrücke. Dazu aber müssen Mitarbeiter zwei Dinge haben: Sie müssen Kompetenzen erhalten. Wie etwa die Hotelkette Ritz, bei der jeder Mitarbeiter ein Tagesbudget von 2’000 (zweitausend) Dollar hat, um Gäste zufrieden zu machen. Zudem müssen sie über gesunden Menschenverstand verfügen, etwas, das leider bei der Anstellung oft ungeprüft bleibt. Wie sagte Felix Bieger auch: 20% unseres Geschäfts sind Ausbildung, 80% sind gesunder Menschenverstand.

    1. “…von Prozessen abweichen…” mag ich sehr, lieber Jürg. Und ich bin in der glücklichen Lage, das für meine Kunden auch tun zu dürfen. Aber nicht jeder hat diese Freiheit im Unternehmen. Man will ja die Guerilleros doch noch ein wenig unter Kontrolle haben. Das Top Level Management nimmt sich dieses Privileg heraus. Und billigt auch noch den einen oder anderen Exponenten. Doch wie kriegen wir das Management soweit, dies in der Unternehmens-DNA zu etablieren? Kompetenz delegieren ist der Schlüssel zum Erfolg. Und gesunder Menschenverstand ist wohl bei 98% der Mitarbeitenden vorhanden, wird aber durch Prozesse vernebelt. Ich mach mir mal noch ein paar Gedanken dazu. Und mit Deinen zusammen gibt’s dann einen neuen Blog-Beitrag 😉

      Neuer Absatz, neuer Gedanke: aufgedruckte Sprüche mag ich auch nicht. Wenn der Mitarbeiter aber ein Set von 20 Sprüchen hat, und diese gezielt einsetzen kann – aber nicht muss – dann sind wir wieder beim Punkt: gesunder Menschenverstand. Und die Überraschung gelingt.

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